Waldmeister-Wasserkefir-Limo

Meine Sprudel ist, genau genommen, ganz modern eine „www“-Limonade, weil: Wienerwald-Waldmeister-Wasserkefir!

Waldmeister oder wohlriechendes Labkraut oder auch Maikraut ist in ganz Eurasien in Laubwäldern verbreitet. Zumindest in den gemäßigten Breiten. So auch im Wienerwald. Wer es sucht, muss genau schauen, weil Waldmeister nur sehr zarte Triebe hat und manchmal von ganz viel Bärlauch verborgen ist, der gern an den selben Stellen wächst. Aber wenn man ihn mal sieht, dann findet man immer mehr. Es ist ein bisschen wie beim Schwammerl Suchen.

Einmal gepflückt, muss man ihn vor der Verarbeitung zu Hause zum Welken ausbreiten. Der Geruch von Waldmeister ist berauschend. Es ist ein wenig wie Vanille, aber doch anders, irgendwie süßlicher, sehr würzig, ein wenig nach Heu, aber sehr angenehm: Waldmeister halt. Kenner*innen wissen ohnehin, was ich meine. Faszinierend finde ich: Frischer Waldmeister riecht so gut wie gar nicht, aber wenn man ihn zum Trocknen aufhängt, dann duftet auf einmal die ganze Wohnung!

Waldmeister ernten kann man nur im Frühling zwischen April und Ende Mai. Der Zusatzname „Maikraut“ ist da eine gute Eselsbrücke. Blühenden Waldmeister bitte nicht mehr pflücken, mit der Blüte steigt der Gehalt an Kumarin, und das ist in zu hohen Dosen nicht gesund. Deshalb sollte man auch nie zu viel Waldmeister auf einmal genießen. Leicht dosiert allerdings wirkt er gefäßerweiternd, entzündungshemmend und krampflösend. Er hilft bei Verdauungsstörungen und wirkt appetitanregend, außerdem ist Waldmeister oft Bestandteil von Teemischungen gegen Kopfschmerzen oder Migräne. Irgendwo habe ich mal gelesen, der Name „Wald-Meister“ komme daher, dass das Kraut ein Allroundtalent ist um „Krankheiten zu meistern“.

Ich muss gestehen ich sammle ihn nicht wegen seiner Heilwirkung, ist stehe einfach voll auf den typischen Waldmeistergeschmack. Ganz anders als der vom grünen Brausepulver. Wer einmal echten Waldmeister gekostet hat will nie mehr das künstliche Pendant!

Ich habe meine Lebensmittelfarben mit farbigen Gummiringerln zugemacht, so kann ich gleich von außen sehen wo welche Farbe drinnen ist.

Zutaten:
1. Fermentation
1 l Wasser
50g Zucker
20 – 50g Wasserkefirkristalle
1 Handvoll Rosinen oder andere Trockenfrüchte (ungeschwefelt!)
½ Zitrone

2. Fermentation
5 – 10 Stängel Waldmeister
15g weiße Rosinen
optional grüne Lebensmittelfarbe

Zubereitung:
Waldmeister vorbereiten
Den frisch gepflückten Waldmeister gründlich waschen und auf einem Geschirrtuch ausbreiten. Waldmeister muss für mindestens 12 Stunden welken bevor man ihn verwendet. Fünf bis zehn Waldmeisterstängel zu einem kleinen Bund binden. Wenn man es mit Schnur macht, lange Enden lassen, oder wer kleine Gummiringerl hat (so wie ich), einfach einen Faden durchziehen, damit man es später Kopfüber aufhängen kann.
Die Waldmeisterbündel, die ich nicht gleich brauche, friere ich ein, dann kann ich auch im Sommer frische Waldmeister-Limo machen.

1. Fermentation
In ein ausreichend großes Glas 100 ml heißes Wasser füllen, den Zucker dazugeben. Das Glas so lange schwenken, bis sich der Zucker aufgelöst hat, dann mit 900 ml kaltem Wasser auffüllen. Die Wasserkefirkristalle und die halbe Zitrone dazugeben. Ich gebe die zweite Hälfte immer in das Tiefkühlfach für den nächsten Wasserkefir-Ansatz.
Das Glas, in dem fermentiert wird, nicht verschließen, nur mit einem Tuch vor Insekten schützen. Für drei Tage fermentieren lassen.
Aus dem fertigen Wasserkefir zuerst die Zitrone rausnehmen. Ein Sieb über einen Topf geben, der groß genug für die Flüssigkeit ist. Zitrone darüber auspressen. Eventuelle Zitronenrückstände aus dem Sieb spülen, dann den Kefir abseihen. Kefirkristalle wieder wie oben ansetzen.

2. Fermentation
Die weißen Rosinen in eine Ein-Liter-Flasche geben. Ich benütze dafür gern Milchflaschen, weil sie eine große Öffnung haben.
Waldmeisterbündel in die Flasche hängen, dabei sind Schaschlikspieße sehr hilfreich. Danach mit dem fertigen Wasserkefir auffüllen. Flasche fest verschließen, damit die Kohlensäure in der Limo bleibt.
Jeden Tag einmal am Abend und einmal am Morgen die Flasche öffnen, um Druck abzulassen. Nach circa drei Tagen, je nach Druckentwicklung, ist die zweite Fermentation fertig. Wer mag kann etwas grüne Lebensmittelfarbe zur Waldmeister-Limo geben. Ich liebe das!

Servieren:
Am besten in einem Glas mit Eiswürfel und einer Scheibe Zitrone, Limette oder Orange, je nachdem was man gerade zu Hause hat.

Tipp: falls du dich jetzt fragst, wie du an Wasserkefirkristalle kommst: In meiner FB-Fermentiergruppe gibt es eine Kefir-Kombucha-Kulturen-Tauschliste; oder schau auf willhaben.at, da bieten Leute immer wieder Kulturen an.


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Fermentier-Fragen? Ich habe auf Facebook eine Fermentier-Gruppe, dort werden Ideen, Rezepte oder auch Fehlschläge ausgetauscht, es gibt eine Kulturentauschliste (Kefir, Kombucha, Sauerteig) und ich beantworte gerne deine Fragen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen mitzumachen oder auch nur mitzulesen!
Die Gruppe heißt: Der diskrete Charme des Fermentierens



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Alpen-Sprite oder: Fichtennadeltee, fermentiert mit Wasserkefir

Der Geschmack von Sprite war mir immer ein Rätsel, die überraschende Lösung seines Ursprungs: Fichtennadeln!

Um mein Fichtennadel-Experiment zu starten, habe ich eine Verbündete in der Südsteiermark gewonnen. Meine Mutter. Sie hat mir einen Schuhkarton voller Zweigerln von der Koralpe geschickt, frisch geerntet direkt im eigenen Wald. Weil (wusste ich bis vor Kurzem auch nicht): Wenn man Zweige sammelt oder welche von Bäumen abschneidet, muss man die Besitzer fragen, ob das okay ist. Also aufpassen beim Sammeln und idealerweise immer um Erlaubnis fragen.

Generell gilt beim Sammeln: nur Pflanzen mitnehmen, die man kennt! Bei Fichten ist das eh sehr einfach – finde ich, aber halt deshalb, weil ich sie kenne. Falls das nicht so ist, eine Person mitnehmen, die die gewünschte Pflanze kennt. Allgemeine Info: Man kann fast alle Nadelbäume essen und somit auch als Aromaten bei Wasserkefir verwenden. Große Ausnahme: Eiben & Zypressengewächse. Also bitte sehr gut aufpassen.
Hier findet ihr eine Seite die den Unterschied zwischen Fichten und Tannen sehr gut erklärt: FICHTE UND TANNE UNTERSCHEIDEN.
Zweite wichtige Regel beim Sammeln: Fair Use! Nur das nehmen, was gebraucht wird, nur Zweige bei schon gut ausgewachsenen Bäumen abschneiden und die Sammelstellen gut verteilen, also nicht nur an einer Stelle abgrasen, bis alles kahl ist.

Der Geschmack von Fichten-Wasserkefir erinnert wie gesagt an Sprite, hat aber auch eine leichte Note von Mandarine und etwas zart Harziges. Ich kann mir vorstellen, dass dieses Rezept gerade Kinder sehr begeistert, dann aus Fichtennadeln und Leitungswasser eine Sprite-Limo zu machen, die noch dazu wild sprudelt, hat etwas Magisches. Ich bin selber gerade extrem begeistert.

Fichtennadeltee

Kleine Randnotiz: Wasserkefir spart die Küchendeko!
Ein Glas mit diesen lebenden Kristallen ist besser als jede Lavalampe. Wer es kennt, weiß, wovon ich rede, und allen Neueinsteiger*innen prophezeie ich: Ihr werdet staunen! Falls jetzt wer Wasserkefir haben mag, man findet immer welche auf: WillHaben.at

Zutaten:
1. Fermentation
1 Schuhkarton Fichtenzweigerln
5 l Leitungswasser
200 g Wasserkefir-Kristalle, circa
250 g Zucker
1 Handvoll braune Rosinen
½ Zitrone

2. Fermentation
½ Zitrone
Rest der Fichtenzweige
1 Handvoll weiße Rosinen

Anleitung:
1. Fermentation
Die Fichtennadeln in zwei Teile teilen. Das Wasser aufkochen und über die eine Hälfte der Fichtennadeln gießen. 20 Minuten ziehen lassen, abseihen und dann den Zucker darin auflösen. Den Tee abkühlen lassen.
Wenn der Tee kalt ist, die Wasserkefirkristalle dazugeben, plus die Rosinen und eine in Viertel geschnittene, halbe Zitrone. Das Glas, in dem fermentiert wird, nicht verschließen, nur mit einem Tuch vor Insekten schützen. Für drei Tage fermentieren lassen.

2. Fermentation
Die Wasserkefirkristalle und Rosinen abseihen. Die zweite Hälfte der Fichtenzweigerln, die Zitronen und die weißen Rosinen zum Wasserkefir geben. Diesmal in eine Flasche oder ein Glas geben, das man fest verschließen kann, weil in der zweiten Fermentation (F2) geht es darum, die Kohlensäure im Ferment zu behalten. Das lässt man nun zwischen zwei bis fünf Tage fermentieren. Bitte alle 12 Stunden aufmachen, damit man merkt, wie viel Kohlensäure man schon in der Naturlimo hat. Wenn es genug sprudelt, in den Kühlschrank stellen. Am besten über Nacht und dann genießen!

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Die Gruppe heißt: Der diskrete Charme des Fermentierens

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